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Und täglich grüsst das…

Autorenbild: rerippstein
rerippstein
1. Apr.
2 Min. Lesezeit

Triathlon Training auf dem Laufband ist eigentlich die Königsdisziplin der Selbstüberzeugung. Während draußen echte Menschen echte Strecken laufen, stehst du drinnen und rennst… gegen die Wand. Im wahrsten Sinne des Wortes.


Phase 1 Motivation: Du steigst voller Tatendrang aufs Laufband und fühlst dich wie ein Profi. Vielleicht stellst du dir sogar vor, du wärst gerade beim Ironman-Zieleinlauf. Die ersten 10 Minuten läufst du locker, elegant, fast schon majestätisch.


Phase 2 Realität: Nach 20 Minuten holt dich die Realität erstmals ein und du bemerkst, dass du immer noch exakt am selben Ort bist. Die Umgebung hat sich nicht verändert, außer Youtube und Spotify bieten etwas Abwechslung.


Phase 3: Technik-Fail: Du drückst versehentlich nach dem Schweissabwischen mit dem Handtuch auf den Not-Stopp, worauf du dir beim abrupten Vollstopp beinahe eine Zerrung im Oberschenkel einfängst. Das Trainingsprogramm muss erneut gestartet werden, wodurch sämtlichen Trainingsdaten demotivierend bei Null beginnen. Zum Glück hat wenigstens die Pulsuhr am Handgelenk weiter aufgezeichnet.


Phase 4: Existenzielle Fragen: Minute 40. Du starrst auf die Zeitanzeige. Sie scheint sich fast nicht zu bewegen; nur wie in Zeitlupe ändern sich die Sekundenzahlen. Eine gefühlte Ewigkeit dauert es bis sich die Kilometeranzeige um 1 erhöht. Du fängst an, dein Hobby zu hinterfragen. „Hätte ich nicht einfach Schach spielen können?“


Phase 5: Der Endspurt. Gefühlte Stunden später; nur noch wenige Minuten bzw. Kilometer der geplanten Session. Du gibst alles, erhöhst das Tempo nochmals, um früher die virtuelle Ziellinie zu überqueren; geschafft – Cool down. Schlussendlich sind 21 km und somit ein Halbmarathon geschafft, obwohl ich mich keinen Meter vorwärtsbewegt habe.


Aber hey – genau das ist Triathlontraining: schwitzen, leiden und sich trotzdem einreden, dass man Spaß hat. Und wenn du dann endlich vom Laufband steigst, leicht schwankend und mit dem Gefühl, gerade einen Marathon in einem Schuhkarton gelaufen zu sein, weißt du: Du bist bereit. Also zumindest mental.


Und morgen? Morgen wieder aufs Laufband. Freiwillig.

 
 
 

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