Trainingsweekend
- rerippstein

- vor 6 Stunden
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Da sich meine Frau mit dem Turnverein eine zweitägige Turnerreise gegönnt hatte und mich dieses Wochenende ohnehin niemand vermissen würde, nahm ich mir ebenfalls eine Auszeit. Also lud ich das Auto mit Trainingsklamotten, Einmannzelt und dem Schlachtross voll und machte mich auf den Weg Richtung Thun.
Als Erstes schlug ich hurtig mein Nachtlager auf dem Campingplatz, um anschliessend sofort das Schlachtross zu satteln und die Radstrecke des Ironman Thun in Angriff zu nehmen.
Die anspruchsvolle Strecke rund um Thun bietet traumhafte Aussichten auf Berge und Seen – und erinnert einen gleichzeitig an die leidige Tatsache, dass jede Abfahrt irgendwann wieder bergauf führt. Der Wind kommt selbstverständlich immer von vorne, was bei Temperaturen jenseits der 30 °C besonders viel Spass macht.
Nach sechs Stunden schweisstreibender Fahrt fühlt sich selbst der beste Triathlon Sattel wie ein Folterinstrument an.
Somit beschloss ich, für den Rest des Tages zum Passivsport zu wechseln, und verfolgte die Eisgenossen noch bei ihrem Finaleinzug.
Um die verbrauchten Kalorien wieder aufzufüllen, zog es mich anschliessend in die Stadt zu meinem Italiener des Vertrauens. Danach verzog ich mich samt Gepäck in mein Zelt.
Das nächtliche Ein- und Aussteigen gleicht einer Mischung aus Yoga, Akrobatik und dem missglückten Wendemanöver eines Käfers.
Der neue Tag begann zunächst mit Laufen und anschliessend mit Schwimmen im wunderschönen, aber bereits gut besuchten Strandbad.
Danach galt es, das Nachtlager wieder abzubauen, bevor es nochmals aufs Rad ging. Da der gestrige Tag bereits dort Spuren hinterlassen hatte, wo die Sonne nie hinkommt, fühlte sich das alles andere als komfortabel an. Aber ein Ironman kennt bekanntlich keinen Schmerz.
Die grosse Erlösung war dann die anschliessende kühle Dusche auf dem Campingplatz, bevor die Heimfahrt anstand.
Mit einigen Trainingsstunden mehr in den Beinen fuhr ich müde, glücklich und leicht sonnenverbrannt nach Hause – mit starken Beinen, schönen Eindrücken und der festen Überzeugung, auf dem richtigen Weg zu sein.



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