Comeback ohne Happyend😖

Aktualisiert: 15. Juli

Ich nehme es vorweg; das Fleisch war willig aber der Geist war schwach!
Die jüngste Vergangenheit hat uns gezeigt, dass Sport-Comebacks leider nur in wenigen Fällen erfolgreich sind; diese These muss ich leider bestätigen.
Der Tag X war gekommen, welcher für mich bereits um 03.30 Uhr losging. Die Fahrt nach Thun inkl. sämtlicher Startvorbereitungen verliefen einwandfrei, das Wetter war perfekt und somit schien alles bereit für einen herrlichen WettKAMPFtag. Einzig der etwas wellige Thunersee machte mir bereits beim Einschwimmen ein wenig Sorgen. Ich hoffte aber, das in den verbleibenden Minuten bis zum Start die Sonne hinter den Bergen hervorkam und sich dadurch der Wind uns somit die Wellen legen würden.
Der Rolling-Start hat begonnen und recht entspannt, vielleicht zu entspannt, liess ich mich Richtung Startgate treiben, wie ein Tier zur Schlachtbank. Dann rein ins immer noch wellige Wasser und losschwimmen. Schwimmen ist allerdings das falsche Wort; es war ein Kampf gegen die Wellen, anderen Teilnehmer und schlussendlich mit mir selber. Nicht dass ich solche Situationen nicht auch schon erlebt und gemeistert hätte; hier müsste man sich überwinden und reinbeissen bis man doch eine Art Rhythmus findet. Aber dann ist es passiert, nach einem weiteren kräftigen Schluck Thunerseewasser ist der Schalter gekippt, die Überzeugung weg, der Kopf sag Nein, Teufel rechts hat über Engel links gesiegt; sprich mein Kopf und somit auch ich haben aufgegeben.
Also bin ich zu einem Streckenposten geschwommen und schlussendlich anstatt weiter auf den See raus wieder zurück ans Ufer.
Wenn man aus dem Scheitern lernt, ist es keine Niederlage, sondern eine Lektion.
So schnell ist es passiert und somit diese unrühmliche Derniere erzählt.
Rückblickend war mein ursprünglicher Entscheid, mit Ironman aufzuhören, wohl doch der richtige. Auf diese Zugabe hätte ich vermutlich verzichten dürfen. Die Luft war, zwar nicht im Körper, aber im Kopf scheinbar wirklich draussen. Hinterher ist man ja bekanntlich immer schlauer.
Trotzdem bereue ich die letzten fünf Monate nicht. Das Training hat Spass gemacht, ich durfte meinen 50-jährigen Körper wieder auf Vordermann bringen und habe gemerkt, dass er doch noch einiges kann – auch wenn der Kopf diesmal früher Feierabend gemacht hat.
Also: Keep on Training...
Für was?
We will see.
Eines scheint aber ziemlich sicher: Wohl eher nicht mehr für einen Ironman. 😉



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