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Leiden ist auch nur Spass - nur ohne Spass!

Autorenbild: rerippstein
rerippstein
19. März
2 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 25. März


Ausdauersport ohne Fortschrittsmessung ist wie ein Marathon ohne Ziellinie – anstrengend, aber irgendwie sinnlos. Wer Kilometer sammelt wie andere Leute Cumulus-Punkte, will am Ende auch sehen, ob er auch wirklich schneller wird oder nur dramatischer leidet.


Am besten eignet sich dafür die Laktatmessung – dieses wunderbar klingende Wort, das irgendwo zwischen Hightech-Labor und schweißdurchtränktem Sportplatz pendelt – denn es handelt es sich um eine der zuverlässigsten Methoden, dem eigenen Körper dabei zuzusehen, wie er langsam aber sicher in den „Ich kann nicht mehr“-Modus übergeht.

Der Ablauf ist simpel: Man läuft. Erst langsam. Dann schneller. Dann noch schneller. Irgendwann so schnell, dass die Lunge brennt wie hochprozentiges Feuerwasser in der Kehle und die Beine definitiv ausstempeln. Dazu piekst einem jemand in regelmäßigen Abständen freundlich in den Finger oder ins Ohrläppchen – ein Ritual, das entfernt an mittelalterliche Foltermethoden erinnert, nur dass zum Glück am Schluss Finger und Ohren dran bleiben.

Das gewonnene Blut wird dann analysiert. Ein paar Tröpfchen reichen, um festzustellen, ob du dich noch im „gemütlichen Plaudertempo“ befindest oder bereits im Bereich „Ich sehe Sterne, und sie haben Namen“.


Für Außenstehende wirkt das Ganze leicht absurd. Da rennen Menschen freiwillig auf Laufbändern, lassen sich piksen und freuen sich anschließend über Zahlen, die belegen, dass sie kurz vor dem Kollaps standen. „Super Werte heute; du warst richtig am Limit!“ – ein Satz, der in jedem anderen Kontext eher besorgniserregend wäre. Oder anders gesagt: Es ist die einzige Situation, in der man sich über steigende Werte freut, obwohl sie eindeutig bedeuten, dass man gerade leidet.


Und doch hat die Laktatmessung etwas zutiefst Ehrliches. Sie lügt nicht. Sie beschönigt nichts. Sie sagt dir klipp und klar: „Hier bist du stark. Und ab hier leidest du… nun ja… sagen wir, da ist

noch Luft nach oben.“


 
 
 

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